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Bürgerservice

19.11.2015

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Flüchtlingsströme nach Europa reißen derzeit nicht ab und wir stehen alle vor einer großen Herausforderung. Die schrecklichen Ereignisse in Paris am vergangenen Wochenende machen die Situation dabei sicher nicht einfacher.

Nachdem in unserer Stadt mehr und mehr Gerüchte über die Unterbringung und Zuweisung von Flüchtlingen kursieren, möchte ich Sie an dieser Stelle über die aktuelle Situation informieren.

In Wetter wohnen derzeit etwas mehr als 100 Flüchtlinge. Davon sind etwa die Hälfte von der Stadt untergebracht worden und die andere Hälfte in angemieteten Wohnungen vom Landkreis. Es handelt sich zum großen Teil um Familien mit Kindern aus den Balkanstaaten. Wie Ihnen aus unseren Veröffentlichungen im Wetteraner Boten bekannt ist, haben wir von Seiten der Verwaltung mehrere Wohnungen eingerichtet, um den Familien eine ordentliche Unterkunft zu bieten. An dieser Stelle möchte ich mich für die große Hilfsbereitschaft bei der Spende von Mobiliar und anderen Dingen des täglichen Lebens bedanken. Der Dank gilt an dieser Stelle aber auch den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und des Bauhofes, die sich mit viel Organisationsgeschick engagieren und die Situation bislang hervorragend bewältigt haben.

Am vergangenen Donnerstag fand auf Einladung des Hessischen Ministerpräsidenten ein Informationsgespräch für die Hessischen Bürgermeister in Friedberg statt. Nach einem Situationsbericht hat Herr Bouffier in der Lageprognose des Landes die Einschätzung vertreten, dass der Flüchtlingsstrom im kommenden Jahr noch einmal ansteigen wird. Im Zeitraum von Januar bis Oktober diesen Jahres sind rund 55.000 Flüchtlinge nach Hessen eingereist. Im Vergleich dazu waren es im gesamten Jahr 2014 rund 17.500 Menschen. Stark zurückgegangen ist mittlerweile die Zahl der Menschen, deren Heimatländer vergangenen Monat als sichere Drittstaaten eingestuft wurden.

Für unsere Stadt bedeutet dies einen weiteren Zuzug von Flüchtlingen, der sich allerdings zunächst auf die Zuweisungen durch den Landkreis beschränkt. Die Unterbringung einer größeren Zahl von Menschen, wie z.B. in Marburg-Cappel, Stadtallendorf oder Kirchhain ist bei uns derzeit nicht geplant. Wir streben weiter eine kooperative Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung an, die wir seit Beginn der Flüchtlingswelle sehr eng pflegen und die uns die Möglichkeit gegeben hat, bereits im frühen Vorfeld geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Wir werden in den kommenden Monaten weiteren Wohnraum für die Einzel- bzw. Familienunterbringung von Menschen benötigen. Wir möchten die Menschen dezentral unterbringen und werden zusammen mit den Ortsvorstehern und den Ortsbeiräten auch Lösungen in den Stadtteilen anstreben. Um unsere Arbeit besser koordinieren zu können und den Menschen einen festen Ansprechpartner zur Seite zu stellen, beschäftigen wir seit Anfang November einen Sozialarbeiter, der den Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite stehen soll und ihnen in Alltagsangelegenheiten behilflich ist.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

uns vor Ort helfen politische Diskussionen, Schuldzuweisungen oder das Anheizen der Gerüchteküche nicht weiter. Wir wollen den Menschen, die -aus welchen Gründen auch immer- in unser Land und dann in unsere Stadt kommen helfen und für diese Zeit in unserer Gemeinde Obdach und Gastfreundschaft gewähren. Wir erwarten dementsprechend auch, dass sie sich an unsere Gesetzte und Gepflogenheiten halten, wobei uns zum letztgenannten hier in Wetter nichts Gegenteiliges bekannt ist.

Die Stadtverwaltung ist aber auch auf die Hilfe und die Unterstützung aller Wetteraner angewiesen.

Wir werden Sie in unregelmäßigen Abständen über die Entwicklung in Wetter informieren. Sollten Sie Fragen haben, stehe ich Ihnen persönlich gerne zur Verfügung.

Ihr Bürgermeister
Kai - Uwe Spanka

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Das Rathaus in Wetter
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Haupteingang des Rathauses in Wetter