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Die ehemalige Synagoge
Träger- und Föderverein ehemalige Synagoge e. V.
Am 03. Januar 2005 hat sich der "Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter e. V." gegründet. Er setzt sich für den Erhalt der ehemaligen Synagoge in Wetter und deren Nutzung als Gedenkstätte, Lernort und Stätte kultureller Begegnungen ein.
Zur Geschichte der Synagoge
Nachdem die Stadt Wetter die ehemalige Synagoge im Jahre 2000 erwerben konnte, wurde sie im Rahmen der Altstadtsanierung grundlegend restauriert. Der würfelförmige Fachwerkbau mit seinem Walmdach und dem darüber befindlichen achteckigen Dachreiter ist in dieser Bauweise einmalig in Wetter. Wenn auch bei der Neugestaltung der einstigen Kultstätte die zukünftige Nutzung im Vordergrund der Maßnahme stand, so sind baugeschichtlich charakteristische Elemente erhalten geblieben. Die Vorderfront und die nordöstliche Fassade lassen die Fachwerkkonstruktion des ausgehenden 19. Jahrhunderts gut erkennen. Die auffallende Symmetrie an allen vier Außenseiten ist nicht zu übersehen, ebenso die Anordnung der ursprünglichen Fenster. Im Obergeschoss des Eingangs, wo jetzt das Rundbogenfenster sitzt, befand sich ursprünglich eine Rosette, die von zwei länglichen Rundfenstern flankiert war. Die beiden verschieferten Fassaden geben die Fensteröffnungen getreu wieder.
Der Wetterhahn auf dem Dachreiter ist eine Kuriosität eines Wetteraner Bürgers aus den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Ursprünglich befand sich dort der Davidstern, der abends am 10. November 1938, als man die Synagoge verwüstete, heruntergeholt wurde.
Der Innenraum lässt heute wieder etwas von der einstigen Atmosphäre spüren. Damals trat das Licht durch leicht grünlich gefärbte Scheiben ein, das Augenmerk war auf die wertvolle Lade, die Kanzel zur Thoralesung und das ewige Licht gelenkt. Die Flachdecke und die Innenwände waren weißlich gestrichen und mit den Ornamenten geschmückt, wie sie wieder zu sehen sind. Rechts neben dem Eingang befand sich die Wohnung des Lehrers, und die erhaltene Treppe führt zur Frauenempore und zur Schule, in der die Kinder ihre religiöse Unterweisung erhielten.
Die jüdische Gemeinde konnte im September 1897 ihr Bethaus feierlich einweihen. Neben dem Provinzial-Rabiner und vielen jüdischen Mitgliedern nahmen Vertreter des Kreises und der Stadt an den Feierlichkeiten teil. Die Stadt selbst gab einen Zuschuss von 300,00 Mark, bewilligte 1911 einen jährlichen Unkostenbeitrag von 50,00 Mark für den Religionsunterricht und sieben Jahre später noch einmal 150,00 Mark für die eingebaute Lichtanlage. Sieht man von der Zeit des Nationalsozialismus einmal ab, hat die politische Gemeinde Wetter das Leben der israelitischen Glaubensgemeinschaft wohlwollend finanziell unterstützt, und so ist es nur folgerichtig, wenn sie heute, da sie Eigentümerin des Gebäudes ist, durch einen Träger- und Förderverein eine Nutzung für eine breite Öffentlichkeit ermöglicht.




